Ich hatte schon immer das Gefühl, das meine Artikel häufig zu, hmmm, langweilig sind. Der Inhalt mag noch so gut recherchiert sein, aber wenn es langweilig zu lesen ist, dann ist der Leser weg. Auf der nächsten Webseite. Das Internet macht es leicht, von einem Anbieter zum nächsten zu wechseln. Klick.
Also, was tun, damit der Leser bleibt, und Spaß beim Lesen hat? Und nicht nur Spaß, sondern trotzdem gut recherchierte Artikel bekommt? Drama. Drama? Genau! Der Artikel hat nicht viel Zeit, die Aufmerksamkeit des Lesers zu ergattern. Wenn es zu lange dauert, bis es interessant wird: klick. weg.
Also darf sich der Artikelschreiber etwas mit Literatur beschäftigen. Wie sind gute Geschichten aufgebaut? Wie wird der Leser gehalten und durch die Geschichte geführt? Wenn man dafür ein Gefühl entwickelt, und gut wird im Geschichten-schreiben, dann werden auch trockene Sachartikel besser.
Es war vor etwa 25 Jahren, als ich den Unterschied am eigenen Leib erfahren hatte, allerdings ohne wegsurfen zu können. Ich war im BWL Studium und hatte eine lange Liste von Fachbüchern, teilweise deutsche, teilweise amerikanische Autoren. Die deutschen Bücher waren allesamt sowas von trocken, da staubte es schon beim Hinsehen. Und es war ermüdend und langweilig, sie zu lesen. Warum? Weil das Thema langweilig war? Manchmal schon, aber das war nicht der Grund, denn sobald man die amerikanischen Bücher dazu genommen hatte, bot sich einem häufig ein ganz anderes Bild. Teilweise war es, als ob man in einem Roman blättern würde! Es gab kleine Stories, Geschichten aus dem Leben, die den Fachinhalt illustrierten. Es war lebendig, und wenn ich damals etwas besser Englisch gekonnt hätte, ich hätte die deutschen Bücher weggeschmissen. Ok, ich hätte sie nicht weggeschmissen, aber ich hätte dann einfach mehr nach den englischen Alternativen gesucht.
Das Ziel ist also, innerhalb kürzester Zeit mit dem Artikel den Leser zu fesseln, ihn in das Thema zu ziehen und neugierig zu machen. Den Artikel wie eine Geschichte aufzubauen kann da gute Dienste leisten.
Manchmal helfen auch kleine Tricks weiter, Artikel besser zu machen, zum Beispiel dieser hier:
Erst den Artikel ganz normal schreiben, so wie immer. Dann schaust Du Dir an, was nach den ersten 150-200 Wörtern steht. Häufig ist es nämlich so, dass dort die Warmlaufphase beendet ist und der Artikel richtig heißgelaufen ist. Wenn man dann einfach einen Absatz aus diesem Bereich ganz an den Anfang stellt, kann das den Artikel sehr viel lebendiger werden lassen. Probiert es einfach mal aus, nehmt einen schon geschriebenen Artikel und schaut in den Bereich 150-200 Wörter, ob Euch da etwas auffällt, was sich gut als Einstieg in den Artikel eignen würde. Das stellt man dann an den Anfang und, voilà, der Artikel gewinnt oft dadurch.
Was habt Ihr für Tricks, um Eure Artikel lebendiger werden zu lassen?
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